Heft 1/00 - Retro-Artikel

« zurück zum Retro-Archiv

Der Autor

Chris Breuers ist Co-Pastor und Bibellehrer in der BGG Stuttgart. Er möchte sehen, dass Gottes Wort in seiner ganzen Kraft und Lebendigkeit wieder zur Geltung kommt und dadurch eine neue Reformation und Erweckung ausgelöst wird, bis hin zur Wiederherstellung der Gemeinde in neutestamentlichen Dimensionen. Chris ist verheiratet mit Christiane und hat drei Kinder.

Jesus folgen - Geistliche Fitness

Graben im Wort - Tipps für effektives Bibelstudium

Leben aus dem Wort - Teil 2

// Gott möchte, dass wir sein Wort lesen, verstehen und tun. Lesen ist der erste und grundlegende Schritt. Das ist klar, denn du musst erst einmal die Bibel lesen, bevor du nach ihr leben kannst. Darum ging es im ersten Artikel dieser Reihe. Zu verstehen, was du liest, ist aber ebenso wichtig. Du kannst nämlich nur das richtig umsetzen, was du auch richtig verstanden hast. Wir müssen also lernen, wie man die Bibel korrekt studiert und auslegt.

Grabe tiefer!
In der Bergpredigt bringt Jesus das eindrückliche Beispiel von zwei Männern, die Häuser bauten (Mt 7,24-27). Der eine baute in den Sand und stand später vor einer Ruine. Der andere legte das Fundament auf den Felsen, und egal wie stark der Sturm oder die Fluten waren, sein Haus blieb stehen. Der Mann, der gründlich und tiefgehend gearbeitet hat, sagt Jesus, ist der kluge Mann. Dies ist der Mensch, der Gottes Wort ernsthaft aufnimmt und praktiziert. Hier geht es zunächst um die nüchterne Wahrheit, dass unser Glaubensleben nur dann bestehen kann, wenn es Tiefe und Substanz hat. Wenn die echten Attacken kommen (und das werden sie), ist die Qualität einer gelebten Beziehung zum Wort alles entscheidend.

In der Parallelstelle in Lukas 6,48 fügt Jesus allerdings noch ein interessantes Detail hinzu: Der kluge Bauherr grub so lange, bis er auf den Felsen traf und legte dann ein sauberes Fundament. Dies ist ein Bild für das Bibelstudium: Wir können uns im Umgang mit der Bibel keine Oberflächlichkeit leisten. Ein bisschen im Sand scharren und dann Pfusch am Bau betreiben ist dumm und gefährlich. Wir müssen tiefer gehen! Gib dich nicht mit frommem Hörensagen zufrieden! Mach dir immer wieder bewusst: Gott hat uns in diesem Buch seine ewig gültige Wahrheit anvertraut. Was machen wir damit?! Was für ein Schatz! Was für ein Vorrecht! Aber auch: Was für eine Verantwortung! Wissen wir, dass unsere Art, mit der Bibel umzugehen, Konsequenzen für Zeit und Ewigkeit haben wird – nicht nur für uns, sondern auch für andere?

Zu viele Christen leben ihren Glauben aus zweiter Hand. Nun, Secondhand-Kleidung ist zugegebenermaßen Geschmacksache. Fertiggerichte aus der Dose auch. Doch wenn es um deine Glaubensüberzeugungen geht, ist deine Eigeninitiative gefragt. Natürlich brauchen wir Leiter und Lehrer (ich schreib´ mich doch hier nicht arbeitslos …). Wir haben viel voneinander zu lernen. Das darf aber nicht deine eigene Mündigkeit im Wort ersetzen. Jeder von uns ist da selber vor Gott verantwortlich, wie er mit der Bibel umgeht. Ich kann dir helfen, aber du musst schon selbst graben und selbst bauen. Das Tolle dabei ist, effektives Bibelstudium ist nicht kompliziert. Es ist nicht reserviert für die theologische Elite. Jeder kann das lernen. Also, lies weiter …

Scharf und gerade
Paulus schreibt dem jungen Nachwuchspastor Timotheus im 2.Tim 2,15: »Strebe danach, dich Gott bewährt zur Verfügung zu stellen als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen hat, der das Wort der Wahrheit in gerader Richtung schneidet!« Korrektes Handling der Schrift ist also eine Grundvoraussetzung für den geistlichen Dienst. Im einzelnen sagt Gott uns hier folgendes:

Bibelstudium hat etwas mit Hingabe zu tun. Wir weihen uns Gott für diesen Auftrag. In Gottes Wort zu forschen ist genauso eine Form der Anbetung, wie ihm im Lobpreis Lieder zu singen. Als ich das einmal erkannte, hat mich das ungemein frei gemacht. Einige meiner intensivsten Begegnungen mit dem Herrn habe ich beim Studieren (ob du das glaubst oder nicht). Ist aber auch klar, denn unsere Beziehung zu ihm wird nie tiefer gehen als unsere Beziehung zu seinem Wort.

Gott möchte uns eine brennende Leidenschaft für die Wahrheit geben. Wir sollen heiß sein auf sein Wort! Er sagt mit anderen Worten: »Klemm dich dahinter, Mann (oder Frau)!« Mach das zu einem verzehrenden Lebensziel! Wenn du auch sonst kein »Streber« sein willst – beim Schürfen in Gottes Wort darfst du es sein.

Bibelstudium bedeutet Arbeit. Es macht riesigen Spaß, im Wort zu buddeln, doch es wird dich auch etwas kosten, nämlich Zeit und Kraft. Wie bei allem, das etwas wert ist, gilt auch hier: ›No pain, no gain!‹ Du wirst vielleicht schwitzen und Schwielen an den Händen bekommen, aber wenn dein geistlicher Spaten dann auf den Felsen trifft, weißt du: dein Glaube steht bombenfest.

Bibelstudium hat eine Ewigkeitsdimension. Gott wird uns dafür zur Verantwortung ziehen, wie wir mit seinem heiligen Wort umgegangen sind (s.a. dazu 1Kor 3,13-15 und Jak 3,1). Offensichtlich wird es solche geben, die eines Tages vor Jesus stehen und sich zu schämen haben werden. Ich weiß nicht, wie es bei dir steht, aber ich möchte lieber von ihm hören, dass ich treu und zuverlässig mit seinem anvertrauten Gut umgegangen bin (s. Mt 25,21). Das soll uns nicht einschüchtern, aber eine gesunde Dosis Furcht Gottes bei der Bibelauslegung ist durchaus heilsam.

Es gibt eine korrekte Art, die Bibel auszulegen. Wir können eine geradlinige Interpretation erarbeiten. Immer wieder behaupten Leute, dass jeder sich die Bibel so zurechtlegen kann, wie es ihm gefällt. Doch Gott hat sich klar ausgedrückt. Er ist nicht schizophren oder konfus. Deshalb können wir verstehen, was er uns vermitteln wollte. Keiner hat das Recht, sich die Bibel so zurechtzubasteln wie es ihm oder ihr gefällt. In der Schärfe seines Geistes können wir einen klaren Schnitt durch den ganzen Wust von Meinungen und Theologien vollziehen, damit das Wort der Wahrheit voll zum Zug kommen kann.

Bibelstudium ist Herzenssache
Bis hierhin ist schon deutlich geworden, dass die wichtigste Voraussetzung für gesunde Bibelauslegung unsere Haltung ist. Die meisten Irrlehren in der Geschichte sind nicht entstanden, weil irgend jemand mal auf die kreative Idee kam, »ab jetzt möchte ich auch ein Ketzer sein.« Die eigentliche Wurzel für verdrehte Lehre ist zum einen Stolz (Besserwisserei, Unbelehrbarkeit etc.) und zum anderen Oberflächlichkeit (zu faul, um gründlich genug zu arbeiten). Kurzum: Das Problem der meisten Irrlehrer ist neben Anmaßung, dass sie schlichtweg ihre Hausaufgaben im Wort nicht gemacht haben. (So was soll aber auch heute noch in den bibeltreusten Kreisen vorkommen … ). Dadurch entsteht ein Vakuum, wo Geister der Täuschung sich nur so tummeln.

Darum: Entwickle Respekt, Demut und Belehrbarkeit im Umgang mit Gottes Wort. Lies, bete und studiere dazu mal den Psalm 119. Lass Gott durch sein Wort sagen, was er zu sagen hat. Lege dich von vorneherein fest: »Ich will nicht die Bibel an meine Meinung anpassen, sondern hören, verstehen und tun, was Gottes Wort mir sagt.« Erhebe dich nie über das Wort, sondern beuge dein Leben vor ihm. Lass nicht die Bibel wie einen Trabanten um deine subjektiven Ansichten und Bedürfnisse kreisen, sondern lass sein Wort souverän im Zentrum stehen. Vor allem: Mache dich bewusst abhängig vom Heiligen Geist, dem eigentlichen Autor und besten Ausleger der Bibel (s. 1Kor 2,9-16). Deshalb gilt: erst beten, dann studieren. Und was das Praktische betrifft, entschließe dich, Fleiß und Genauigkeit beim Bibelstudium an den Tag zu legen. Um dich hierfür mit dem richtigen Handwerkszeug auszustatten, jetzt ans Eingemachte …

Schritte zum Bibelstudium

1. Arbeite am Text
Beschäftige dich intensiv mit der Stelle, die du studieren möchtest. Lies sie mehrmals, u.U. auch laut und in verschiedenen Übersetzungen. Stell dir immer wieder die Frage: »Was sagt der Text?« – Vielleicht denkst du, das klingt zu banal. Doch das Problem der meisten frommen Bibelleser ist, dass sie denken, sie wüssten schon, was da steht. Sie kommen mit ihrem ganzen Gepäck an eigener Prägung zum Wort und importieren ihre vorgefassten Meinungen in den Text. In der theologischen Fachsprache nennt man das ›Eisegese‹, was so viel wie ›Hineinlesen‹ bedeutet. Das ist, wie schon angedeutet, das Problem Nr. 1 bei der Bibelauslegung; und wir alle tun dies häufiger, als wir es wahr haben wollen. Das Gegenteil ist, ›Exegese‹ zu betreiben, also den tatsächlichen Inhalt aus dem Text ›herauszulesen‹. D. h. wir geben dem Text Raum, für sich selbst zu sprechen. Wir alle müssen erst mal unser ganzes theologisches Gepäck abladen und dann so schlicht und unbefangen wie möglich zum Wort kommen. Fang an, die Bibel zu lesen als wäre es das erste Mal. Stelle dir dabei immer wieder die Frage: »Was steht da eigentlich?« (Und manchmal auch: »Was steht da nicht?«).

Übe dich darin, Beobachtungen am Text zu machen. »Beobachten« bedeutet so viel wie »aktiv und konzentriert wahrnehmen«. Jesus hat den Leuten nicht ohne Grund immer wieder eingeschärft: »Wer Ohren hat zu hören, der höre.« Es ist möglich, etwas akustisch zu hören und es doch nicht mit vollem Bewusstsein wahrzunehmen. Genauso können wir etwas sehen und doch nicht wirklich sehen. Gute Auslegung beruht demnach auf einer scharfen Beobachtungsgabe. Das ist auch, was einen guten Detektiv ausmacht: Er sieht Dinge, die andere übersehen und hat so den Durchblick, wenn andere noch im Dunkeln tappen. Entwickle also ein Adlerauge beim Studieren im Wort. Der Psalmist sagte das so: »Öffne meine Augen, damit ich schaue die Wunder aus deinem Gesetz.« (Ps 119,18). – Ein gutes Gebet!

Wie geht man da praktisch vor? Als erstes stelle fest, mit welcher Art von Literatur und Sprache du es zu tun hast. An die Psalmen muss man etwas anders rangehen als z.B. an die Apostelbriefe. Dichtung ist etwas anderes als ein Lehrschreiben. Wir lesen ja auch einen Liebesbrief anders als die Tageszeitung. In den Gebeten, Liedern und prophetischen Teilen der Bibel haben wir es z.B. oft mit bildhafter Sprache zu tun, die auf dahinterliegende Realitäten verweist. Diese Unterschiede müssen wir erst mal registrieren, denn sie wirken sich natürlich auf unsere Auslegungsarbeit aus.

Was gibt es sonst alles konkret im Text zu sehen? Versuche festzuhalten, was die Schlüsselbegriffe sind (z.B. »Gnade« oder »Erlösung«). Was sind die entscheidenden Tätigkeitswörter (Verben wie »leben« oder »glauben«) oder beschreibenden Wörter (wie »heilig« oder »völlig«)? Welche Wörter werden wiederholt (die sind oft wichtig)? Weißt du wirklich, was die Wörter in deinem Text bedeuten? Die Bibel versteht z.B. etwas anderes unter »Liebe« als die durchschnittliche Popschnulze. Für viele ist »Sünde« ein Fremdwort oder bloß eine fromme Worthülse. Vielleicht musst du das eine oder andere in einem Studienwerk nachschlagen oder der Sache durch ein eigenes Wortstudium auf den Grund gehen (eine Konkordanz oder ein Bibel-Computerprogramm sind hierbei hilfreiche Werkzeuge). Im Allgemeinen hilft dir schon der weitere biblische Zusammenhang, den Sinn der Wörter richtig zu verstehen.

Weiterhin: Was die sprachliche Logik betrifft, baut der Verfasser einen Vergleich oder einen Gegensatz auf? Liefert er eine Begründung oder Schlussfolgerung (etc.)? Diese Zusammenhänge werden oft durch entsprechende Verknüpfungswörter angezeigt (z.B. »wie«, »aber«, »deshalb«, »denn«, »weil« etc.) Die kleinen Wörter haben es übrigens in sich. Lass sie dir nicht durch die Lappen gehen! Wie bei einer Maschine oft die kleinsten Teilchen die wichtigste Funktion haben, so sind oft die kleinen Bindewörter entscheidend für die ›Richtung‹ oder das ›Funktionieren‹ des Textes. – Also, nimm bei allem Respekt den Text ruhig mal auseinander. Schau immer wieder hin! Plötzlich erkennst du Zusammenhänge, die du so noch nicht gesehen hattest. Das ist spannend, macht Spaß und ist buchstäblich ›augenöffnend‹.

2. Untersuche den Zusammenhang
Vergiss nicht: Die Bibel ist keine Sammlung von frommen Orakeln. Sie ist echte menschlich-göttliche Literatur. Jedes Buch in der Bibel ist ein literarisches Kunstwerk aus einem Guss. Manche Christen gebrauchen die Bibel so, als ob Gott uns ein Zauberbuch vom Himmel hat fallen lassen. Allzu oft werden Stellen aus dem Zusammenhang gerissen und man lässt sie Dinge sagen, die sie so eigentlich gar nicht hergeben. Diese Unsitte ist in der Politik und in den Medien bekanntlich recht beliebt. Doch das ist unredlich, und wenn wir die Bibel ernst nehmen, so wie Gott sie uns gegeben hat, sollten wir uns das schnell abgewöhnen. Kein Vers in der Bibel hat eine isolierte Bedeutung! Stell dir also immer wieder die Frage: »Was steht vorher; was steht nachher?« Lerne es, in Sinnabschnitten zu lesen und behalte den Gesamtüberblick des jeweiligen Kapitels und Buches im Auge.

Neben dem so genannten literarischen Zusammenhang, den ich gerade beschrieben habe, gibt es auch den so genannten historisch-kulturellen Zusammenhang. Hier machen wir uns bewusst, dass die Bibel nicht in einem geschichtlichen Vakuum geschrieben wurde. Sie fiel, wie gesagt, nicht vom Himmel, sondern Gott hat durch echte Menschen zu echten Menschen im echten Alltagsleben gesprochen. Je besser wir uns also in die damalige Situation hineinversetzen, desto besser können wir die Bibel verstehen. Stell dir also immer wieder die Frage: »Was war damals los?« und auch: »Wie haben die Leser das damals verstanden?« Hierzu wirst du ab und zu Hilfsmittel wie ein Handbuch zur Bibel, ein Bibellexikon oder einen guten Kommentar zu Rate ziehen müssen. Wenn du es ernst meinst mit dem Bibelstudium, ist es eine gute langfristige Investition, sich das eine oder andere Werk zuzulegen.

3. Lege die Schrift mit der Schrift aus
Dieses wichtige Auslegungsprinzip ergibt sich logisch aus dem vorigen Punkt. Vermeide es, eine Lehre auf einer einzelnen oder gar unklaren Bibelstelle aufzubauen (s. 5Mo 19,15; 2Petr 3,15-16). Viele ›neue‹ und ›besonders tiefe‹ Offenbarungen aus der Schrift haben hier ihren Ursprung. Bleib da sauber! Halte dich an die ausgewogene Lehre, die die Bibel als Ganzes im Blick behält, was Paulus den »ganzen Ratschluss Gottes« nennt (Apg 20,27; s.a. Ps 119,160). Frage dich deshalb immer wieder: »Was lehrt die Bibel als Ganzes dazu?« Vergleiche ergänzende Bibelstellen, die mehr Licht auf deinen Text werfen. Gebrauche dazu eine Konkordanz oder geh den Verweisstellen in deiner Bibel nach. Außerdem: Mache es dir zu einem Lebensziel, eine umfassende Bibelkenntnis zu entwickeln, indem du beständig und systematisch die Bibel liest. Dann kann der Heilige Geist dich an die passenden Stellen erinnern (s. Joh 14,26; 16,13).

4. Ermittle die Bedeutung
Auf klares Sehen muss klares Verstehen folgen. Nachdem wir festgestellt haben, was der Text vom sprachlichen ›Rohmaterial‹ hergibt, also was da eigentlich steht, müssen wir uns die Frage stellen: »Was will der Text damit sagen?« Die Bedeutung des Textes zu (er)klären ist der eigentliche Schritt der ›Interpretation‹. Das ist genau das, was Jesus, der Meisterausleger, tat, als er nach seiner Auferstehung den Jüngern die Schrift »öffnete« und sie anfingen zu verstehen, worum es eigentlich ging (s. Lk 24,27.32.45).

Wie kommen wir dahin? Ganz einfach: ›Bombardiere‹ den Text mit Fragen und versuche sie dann zu beantworten. Setze deine Detektivarbeit fort. Nachdem du die Fakten gesammelt hast, fang an, gezielte Fragen zu stellen wie z.B. »Warum … ?«, »Wozu das … ?« usw. Tritt in einen Dialog mit dem Text bzw. stell dir vor, du könntest mit Jesus oder den biblischen Autoren direkt darüber reden. Die Kunst, Fragen zu stellen, kann man lernen; Und wer gute Fragen stellt, bekommt auch gute Antworten.

5. Formuliere die Anwendung
Wir haben die Wahrheit erst dann wirklich erkannt, wenn wir anfangen, sie umzusetzen. Wir wollen keine Heuchler sein, die die Wahrheit bejahen aber sie dann doch nicht tun. Das ist Selbstbetrug (Jak 1,22). Unsere Erkenntnis muss Laufen lernen. Abschließend also die Frage: »Was ist mit dieser Wahrheit zu tun?« Versuche zunächst, die allgemeinen Prinzipien zu formulieren, die für alle Christen zu allen Zeiten gelten. Doch bleib hier nicht stehen. Werde konkret und persönlich. Welche Gehorsamsschritte sind für uns gemeinsam und ganz speziell für dich dran? Hier ist der Schlüssel für geistliches Wachstum.

Wie versprochen, die Prinzipien für korrektes Bibelstudium sind nicht kompliziert. Sie liegen einfach auf der Hand. Sie machen total Sinn. Und doch müssen wir uns darin trainieren. Das funktioniert ähnlich wie beim Erlernen einer Sportart, eines Musikinstruments oder beim Autofahren. Anfangs ist es noch etwas ungewohnt, doch bald wird es ein Teil von dir und du startest durch. Deshalb fang an, immer wieder Teile aus der Bibel gründlich zu bearbeiten. Tu dich dabei vielleicht auch mal mit anderen zusammen – eine spannende, bereichernde Sache! Lerne es, zu forschen und zu graben bis du weißt, du baust auf festen Grund.

Büchertipps:
Howard Herndricks: Bibellesen mit Gewinn (CV Dillenburg).

Gordon Fee u. Douglas Stuart: Effektives Bibelstudium (ICI, Asslar).

Die besten Nachschlagewerke wie Handbuch zur Bibel, Kommentar zu Bibel, Lexikon zur Bibel etc. gibt es beim Brockhaus Verlag Wuppertal. //