Jesus folgen (Kompromisslos)
Heiligung im 21. Jahrhundert
Junge Menschen mit ungeteiltem Herzen
// Als Jugendlicher entdeckte ich in der Bibel eine Aussage, die für mein ganzes Leben zur Herausforderung wurde und die ich zu einem Leitvers für mein Leben und meine Entscheidungen gemacht habe. Im Alten Testament steht in 2. Chronik, Kapitel 16, Vers 9: Gottes Augen durchsuchen die ganze Welt, um sich denen mächtig zu erweisen, die mit ungeteiltem Herzen bei ihm sind. Obwohl diese Aussage nun schon weit über 2000 Jahre alt ist, bietet sie für unsere Zeit noch dieselbe Herausforderung und das gleiche Angebot des Schöpfers an seine Menschen: Gott sucht nach Menschen, die ihm mit ganzem Herzen vertrauen; solche Menschen will er stärken und gebrauchen.
Teenager und Jugendliche können oft mit den Begriffen »Heiligkeit« und »Heiligung« wenig anfangen. Was bedeuten diese Worte? Sind es nur noch leere Worthülsen einer vergangenen Zeit? Wie kann man heute »heilig« leben und wie geschieht »Heiligung« in meinem Leben? Fragen, die in jedem einzelnen Leben auf Antwort warten. Unser oben genannter Vers gibt in einer erstaunlichen Weise eine Erklärung und gleichzeitig die praktische Umsetzung.
Heiligung und heilig leben ist eigentlich ganz einfach und doch oft so schwierig. Gut, dass uns Gott in seinem Wort ganz klar die Grundlage für ein heiliges Leben gibt. In Römer 1,17 heißt es: In der Heilsbotschaft von Christus wird klar und deutlich gesagt, wer vor Gott bestehen kann: Jeder, der sich allein auf das verlässt, was Gott für ihn getan hat, und daran festhält. So heißt es schon in der Heiligen Schrift: »Nur der wird Gottes Anerkennung finden und leben, der ihm vertraut.«
Heiligung und Heiligkeit wird in meinem Leben möglich, wenn ich mein Leben auf der Grundlage aufbaue, die Gott selbst für mich gelegt hat: JESUS.
Nicht meine Leistung und all mein Tun und Machen führen mich in ein heiliges Leben, sondern das Werk Jesu am Kreuz und mein Vertrauen darauf. Das gefällt Gott und hier öffnet er in meinem Leben den Weg für Heiligung.
Gott sucht heute junge Menschen, die heilig leben wollen und deren Leben ihm geweiht ist. Bist du bereit dafür? Lässt du dich von Gott rufen, mitten in einer Zeit, wo Unreinheit, Egoismus und Selbstverwirklichung prägend sind? Gott will dich herausrufen aus deiner Generation und gleichzeitig will er dich in diese Generation wieder zurücksenden. Er will dich verändern! Er will, dass dein Leben zählt! Du sollst leben und nicht gelebt werden! Du sollst als Salz und Licht die Welt prägen und nicht von den verkehrten Maßstäben dieser Welt geprägt werden. Das bedeutet Heiligung. Und es ist möglich. Du sagst vielleicht, dass diese Welt viel zu verdorben ist und dass es deshalb unmöglich ist, heute noch heilig zu leben. Und dennoch: Es ist möglich. Wir brauchen keine reine Gesellschaft, sondern was wir brauchen sind reine und ungeteilte Herzen. Und genau das kann Jesus in deinem Leben schaffen, wenn du ihm vertraust und von ganzem Herzen ihm nachfolgen willst.
Im Folgenden will ich dir ein paar Tipps geben, wie du in der Heiligung, also dem Gott geweihten Leben, vorankommst:
Du brauchst »heilige« Gemeinschaft!
Was meine ich damit? Ganz einfach, du brauchst Freunde, die genauso wie du ganze Sache mit Jesus machen wollen. Niemand kann alleine heilig leben. Wir brauchen die Ermutigung, den Ansporn und die Korrektur von anderen. Jesus wusste das und hat deshalb durch seine ersten Jünger die Gemeinde gestartet. Auch du brauchst eine christliche Gemeinde, in der du zu Hause bist und wo du herzliche und prägende Gemeinschaft mit anderen erlebst.
Warum Gemeinschaft?
Damit du Gott besser kennenlernst!!!
Du brauchst die Gemeinschaft mit anderen, damit du Gott näher und tiefer erleben kannst. Gott handelt durch seine Menschen. Er offenbart sich mitten in seiner Gemeinde. Du brauchst die Predigt, das Zeugnis und das Gebet anderer Menschen, um Gott mehr und mehr kennenzulernen. Ohne Gemeinschaft mit anderen Christen könntest du zu einem abgefahrenen, weltfremden und scheinheiligen Spinner werden. Um Gott so zu erfahren, wie er wirklich ist, brauchst du neben dem Wort Gottes und seinem Heiligen Geist die Gemeinschaft der Heiligen.
Damit du lernbereit bleibst!!!
Menschen, die heilig leben wollen, sind lernbereit. Sie sind nicht stur und festgefahren. Sie wollen lernen und sind somit Studenten des Lebens, die fähig sind, vom Leben zu lernen. Neben Büchern, Seminaren und allen möglichen Kursen zählt vor allem der Umgang miteinander zum größten Lernfeld. Und gerade hier können wir, was ein »heiliges« Miteinander betrifft, am effektivsten lernen. Ich erinnere mich an viele Teamsituationen, wo in Krisen und Herausforderungen wir miteinander gelernt haben, Jesus ganz nachzufolgen und seinen Willen zu tun. Alleine hätte ich in diesen Momenten nichts gelernt oder ich wäre den Situationen ausgewichen.
Damit du Jesus ähnlicher wirst!!!
Darum geht es ja in der Heiligung. Unser größtes Vorbild ist Jesus. Im Römerbrief heißt es im 8. Kapitel: »Wen Gott nämlich auserwählt hat, der ist nach seinem Willen auch dazu bestimmt, seinem Sohn ähnlich zu werden.« In der Gemeinschaft werden wir geschliffen. Da taucht so manche unserer Ecken und Kanten auf, so manche unheilige Gewohnheit, Abhängigkeit oder schwache Charaktereigenschaft, womit wir auffallen und vielleicht den anderen auf die Nerven gehen. In der Gemeinschaft werden wir verändert und unser Leben bekommt einen »heiligen Schliff«. Wir müssen uns nur darauf einlassen.
Damit du deine Überzeugungen leben kannst!!!
Als Freunde von Jesus sind wir anders als die Menschen um uns herum. Jeder kennt die Momente in der Schule, in der Clique, am Arbeitsplatz oder sogar in der eigenen Familie, wo wir am liebsten schweigen würden und nicht zu unserem Christsein stehen wollen. In der Nachfolge geht es jedoch darum, dass wir uns zu Jesus und seinen Maßstäben bekennen. Wir brauchen die Gemeinschaft, um stark sein zu können. Jesus hat auch seine ersten Jünger immer zu zweit ausgesandt. Er weiß, dass ich den Mut und die Kühnheit brauche, die nur da entsteht, wo ich mit einem anderen zusammen eines Sinnes bin und im Team handle. Bist du bereit, gemeinsam mit deinen »heiligen« Freunden einen Unterschied in dieser Zeit zu machen und die Welt um uns herum mit Gottes Maßstäben zu konfrontieren?
Damit du deine Berufung entdeckst!!!
Heiligkeit hat etwas mit deiner Berufung zu tun. Jede Berufung und jede Aufgabe, die Gott für uns hat, ist heilig. Wir könnten jetzt eine mehrseitige Bibelarbeit zum Thema Berufung machen. Wozu hat Gott uns berufen? Welche Aspekte gelten für uns alle und was ist meine spezifische persönliche Berufung? Ich möchte dir hier nur einen Aspekt nennen, wie du deine Berufung findest: Du brauchst Umgang mit anderen Christen, die in ihrer Berufung gehen. Dort wird es zünden und du wirst deine Gaben und Interessen entdecken sowie einen Rahmen finden, um dich mit deiner Berufung einzubringen. In der Apostelgeschichte wird uns berichtet, wie es unter den ersten Christen immer wieder zu gemeinsam getroffenen Entscheidungen über Berufungen kam: »Es gefiel uns und dem Heiligen Geist.« (Apg 15, 28) Daraus resultierte ein heiliger Lebensstil. Leider haben wir heute viel zu viele individuelle Christen, die nur das tun, was Gott ihnen vermeintlich gesagt hat. Wir sollten vielmehr fragen: Wenn Gott zu mir redet, was heißt das für uns? Gottes wahrhaftiges Reden zu mir wird der Prüfung in der Gemeinschaft standhalten, ja gerade da eine heilige (und nicht egoistische) Umsetzung finden.
Damit du deine Finanzen richtig einsetzt!!!
Das ist nun ein heißes Eisen: Heiligkeit und Finanzen. Wir sind als treue Haushalter und Verwalter von Gottes Finanzen berufen. Es sind ja Gottes Finanzen und nicht unsere eigenen. Oder hast du dein Leben nicht mit allem Gott ausgeliefert? Gott gefällt es natürlich, wenn es dir gut geht und du dir was leisten kannst. Welcher wahre Vater würde nicht so für seine Kinder empfinden. Dennoch gilt es gerade im Bereich der Finanzen, heilig zu leben. Wie wir unsere Zeit und unsere Finanzen einsetzen, daran kann man erkennen, was uns wirklich wichtig (heilig) ist. Ich brauche es immer wieder, dass Freunde mich darin korrigieren, wie ich mein Geld ausgebe. In der Gemeinschaft wird offenbar, ob ich meinen Zehnten treu zahle. Ich bin ja nur klug, wenn ich das tue. Gott erstattet reichlich.
Damit dein Stolz gebrochen wird!!!
Gott widersteht den Stolzen, aber den Demütigen schenkt er Gnade. (1 Petr 5,5) Gerade in der Gemeinschaft miteinander wird es schnell offenbar, in welchen Bereichen meines Lebens der Stolz regiert. Bin ich wirklich in der Lage, meinen Geschwistern uneigennützig zu dienen? Lebe ich ein selbstloses Leben? In unserer Zeit der Selbstverwirklichung braucht es Menschen, die wieder mehr den Gemeinsinn fördern. In Gemeinschaft mit anderen habe ich hier ein exzellentes Übungsfeld, meinen Stolz zu demütigen und eine heilige Motivation zu entwickeln. Lass den anderen den Vortritt, auch wenn du dadurch Vorteile einbüßt (das weichere Bett, den volleren Teller, die größere Beachtung …)! Heilige sind Diener. Bist du einer?
Damit du sexuell rein bleibst!!!
Noch so ein heißes Thema – hoffentlich kein Tabu-Thema? Hast du Freunde, Seelsorger oder andere Geschwister, mit denen du über deine innerste Sehnsucht reden kannst und Rat und Hilfe bekommst? Unsere Sexualität ist der Bereich, in dem wir am stärksten die Herausforderung, ein heiliges Leben zu führen, spüren.
Sexualität ist von Gott geschaffen, jedoch vom Teufel pervertiert. Unsere Gesellschaft ist völlig von unreiner Sexualität durchdrungen. Das färbt auch auf uns Christen ab. Wir brauchen neu Gottes Gedanken für diesen Bereich und eine Revolution der Reinheit. Dann werden wir auch neu in Vollmacht und Kraft Gottes Wirken erleben. Sehnst du dich danach? Ist dieses heilige Verlangen in dir? Wenn nicht, dann bete mit anderen darum. Lasst uns nicht erst reagieren, wenn wir gefallen sind, sondern lasst uns gemeinsam lernen, nicht zu stolpern. Gemeinsam sind wir stark, gerade auch in unseren »heiligen« Überzeugungen zu Sexualität (und wenn du gefallen bist, dann steh auf und lass dir helfen – der Zuspruch heiliger Gemeinschaft ist heilend).
Gemeinschaft ist enorm wichtig, wenn wir in Heiligung unser Leben gestalten und erfolgreich sein wollen.
Hier noch zwei weitere kurze Impulse:
Lass dich nicht von den Medien verführen!
Keine Generation vor uns musste sich so sehr mit den Medien auseinandersetzen wie wir. Fernsehen, Kino, Video, Internet, Computer, Game-Boy wollen unsere Aufmerksamkeit und unsere Zeit. Dennoch liegt es an uns, wie in vielen anderen Lebensbereichen auch, ob wir über diese Dinge herrschen oder ob diese Dinge über uns herrschen. Du bist zum Herrschen berufen. Lass nicht zu, dass die Werte und Inhalte dieser neuen Medien dich berauben und dein Leben arm werden lassen. Glaube nicht jedem und allem. Unterscheide, was gut und was böse ist.
Dazu brauchst du das ultimative Medium – nämlich Gottes Wort, die Bibel. Kennst du dich besser in Gottes Wort aus als in den Programmzeitschriften, den Internet-Seiten und den neuesten Kinohits? Wie sieht dein Zeitkonto aus? Wie viel Stunden verbringst du mit sinnlosen Computerspielen, hohlen Filmen und verführerischen Internet-Seiten im Gegensatz zu der lebensschaffenden Gemeinschaft mit Gott, Seinem Wort und anderen Christen? Hast du evangelistische Schärfe oder lebst du im 08/15-Stil wie die meisten anderen Menschen?
Als Christen sind wir nicht gegen diese neuen Medien, aber sehr wohl gegen die zerstörerischen Inhalte dieser Medien. Heute kann sich jeder im eigenen Wohnzimmer, abgeschirmt von jedem gemeinschaftlichen Schutz, mit dem Schmutz dieser Welt füllen lassen. Wo die Generationen vor uns noch in sündige Viertel der Stadt gehen mussten, um ihren unreinen Lüsten nachzugehen, müssen wir nur den Computer oder Fernseher einschalten und schon ist der ganze Müll für uns zugänglich.
Gott sucht heute nach Menschen, die mit ungeteiltem Herzen nach ihm und seinen Werten leben. Denen will er sich mächtig erweisen. Und nur hier ist wahre Erfüllung und Glück zu finden. Du darfst im Umgang mit den Medien auf Gottes Hilfe und seine Kraft hoffen. Falle nicht auf die verführerischen Versprechungen der Medienmacher herein. Du bist nicht von dieser Welt, aber du bist in diese Welt gesandt, um einen heiligen Unterschied zu machen und mit Jesus zu herrschen.
Was du tust, tue mit ganzem Herzen!
Sei kein halber Christ. Ein halber Christ ist ein ganzer Unsinn. Sei ganz Sein, oder lass es ganz sein. Wenn du nur halbe Sache machen willst, dann betrügst du dich letztendlich selbst. Du gehörst dann nicht richtig auf die eine Seite und nicht richtig auf die andere Seite. Und du hinderst Gott daran, dich mit seinem vollen Segen zu überschütten. Bei Jesus gibt es kein Dazwischen, es gibt keine Grauzonen.
Auch als Christen sollten wir das, was wir tun, mit ganzem Herzen tun. Darin liegt ein heiliges Prickeln. Ungeteilte Herzen sind heute Mangelware, wer aber ein ungeteiltes Herz hat, der fällt auf. Lasst uns Männer und Frauen mit Leidenschaft sein – Leidenschaft, die auffällt und die klar von Jesus zeugt. »Lasst all euer Tun – euer Reden wie euer Handeln – im Namen unseres Herrn Jesus geschehen. Denkt bei allem daran, dass ihr für Gott und nicht für Menschen arbeitet. Als Lohn dafür wird Gott euch geben, was er versprochen hat. Das wisst ihr ja. Ihm allein, euerem Herrn Jesus Christus dient ihr und keinem anderen!« (Kol 3,17.23.24)
Natürlich sind meine Tipps ergänzungsbedürftig, aber fange doch mal damit an und Gott wird dich durch seinen Heiligen Geist darin weiter führen und dir mehr und mehr Kraft, Freude und Ausdauer schenken. Die Herausforderung der Heiligung gilt unserer Generation. Und du sollst dazugehören. Bist du dabei?
Es lohnt sich. Denn Gott will sich denen mächtig erweisen, die mit ungeteiltem Herzen bei ihm sind. ///

