Jesus folgen (Kompromisslos)
Leben im Schweinestall
// »Er sprach aber: Ein Mensch hatte zwei Söhne; und der jüngere von ihnen sprach zu dem Vater: Vater, gib mir den Teil des Vermögens, der mir zufällt! Und er teilte ihnen die Habe. Und nach nicht vielen Tagen brachte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste weg in ein fernes Land, und dort vergeudete er sein Vermögen, indem er verschwenderisch lebte. Als er aber alles verzehrt hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und er selbst fing an, Mangel zu leiden. Und er ging hin und hängte sich an einen der Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seine Äcker, Schweine zu hüten. Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, die die Schweine fraßen; und niemand gab ihm« (Lk 15,11-16).
Die Geschichte des fortgelaufenen Sohnes veranschaulicht die Größe des Vaterherzens Gottes. Darüber hinaus stellt es jedoch auch das Ausmaß der Tragödie der Sünde heraus. Der junge Mann verließ die Geborgenheit des Vaterhauses und endete im Schweinestall. Welch eine Bild für den »Sackgassen-Effekt«, den ein Aufbegehren gegen den Willen des Vaters nach sich zieht. In diesem Artikel betrachten wir die Resultate der Sünde. Diese Dinge treffen gleichermaßen vor und nach unserer Errettung zu, denn Sünde ist zu jedem Zeitpunkt eine Dummheit. Sünde heißt, vor Gott und seiner liebevollen Autorität in unserem Leben davonzulaufen. Sie ist gleichbedeutend mit dem Bruch einer Beziehung.
Die Bibel nennt Sünde »Gesetzlosigkeit«, da sie eine Übertretung des Willens Gottes ist – sei es durch das Unterlassen dessen, was Gott von uns verlangt oder durch das Ausüben dessen, was er verbietet. Die Bibel stellt sie nicht als die bloße Abwesenheit des Guten oder als eine Illusion dar, die mit der Unzulänglichkeit der menschlichen Natur zu erklären ist. Sie ist eine reale und eindeutig böse Handlungsweise und damit auch mehr als ein unweises, tragisches Verhalten. Sünde ist Rebellion gegen die Herrschaft Gottes und seinen Gerechtigkeitsstandard. Unweigerlich führt sie zu Kummer und Leid, bis wir schließlich im »Schweinestall« landen!
Lasst uns also den ruinösen Effekt dieser Rebellion näher betrachten.
SÜNDE IST VERSCHWENDUNG
Als der junge Mann auszog, um seinen eigenen Weg zu gehen, waren die Aussichten verheißungsvoll. Das ist der Betrug der Sünde. Es dauerte jedoch nicht lange, bis er sein ganzes Vermögen verschwendet hatte. Er hatte alles verprasst!
Sünde ist Zeitverschwendung
Du verschwendest deine Zeit, Gottes Zeit und die Zeit aller anderen Beteiligten, wenn du sündigst. Hast du dich jemals gefragt, wo du heute mit deinem Leben stehen würdest, wenn du immer Gott gehorcht hättest? Ich schon! Dieser Gedanke begleitet mich ständig – nicht als schwere Wolke über meinem Kopf, aber als ein weiser Lehrer, der mir hilft, zukünftige Fallen zu vermeiden. Natürlich ist Gott ein barmherziger Gott, und er kann unsere Leben wiederherstellen – Gott sei Dank! Einmal verschwendete Zeit ist jedoch unwiederbringlich verloren. Wir haben nur dieses eine Leben. Alle Zeit, in der wir gesündigt haben, hätten wir ebenso gut nutzen können, um in Gott zu wachsen. Lass das nicht zu einem Punkt von Verdammnis in deinem Leben werden, aber nimm es als ein warnendes Wort, das die Ernsthaftigkeit dieser Angelegenheit verdeutlicht.
Sünde ist Kraftverschwendung
Sie nimmt nicht nur unsere Zeit, sondern auch unsere Kraft in Anspruch. Sie beraubt uns aller eigenen Stärke. Der Mensch ist eine Einheit, und daher wird ein schuldbeladenes Gewissen ihn sowohl psychisch als auch physisch auslaugen. Diese Erfahrung beschreibt David in Psalm 32,3-4: »Als ich schwieg, zerfielen meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag. Denn Tag und Nacht lastete auf mir deine Hand; verwandelt wurde mein Saft in Sommergluten.« Ermüdung und Frustration – Symptome, die jedem Arzt wohlbekannt sind – prägten Davids Leben aus dem einfachen Grund, dass er eine Schuldenlast mit sich herumtrug. Die gute Nachricht ist, dass, wenn wir uns in Buße und Glauben zu Gott hinwenden, er unsere Lebenskraft wiederherstellt.
Sünde ist Verschwendung von Ressourcen
Der Sohn verschwendete alles Geld, was ihm gegeben worden war. Er gab seine Zeit, Kraft und Geld aus und konnte nichts dafür vorweisen außer den Lumpen, die er am Leib trug und die einmal seine Kleider gewesen waren. Mein Vater war ein Alkoholiker, der sein schwerverdientes Geld in der Kneipe ausgab, bevor er überhaupt nach Hause gelangte. Ich trat später in seine Fußstapfen und gab Tausende von Dollars für Drogen aus. Darüber denke ich heute noch manchesmal nach. Wenn ich all das Geld, das ich für Drogen verschleudert habe, zur Bank gebracht hätte, wäre ich heute ein reicher Mann. Sünde ist ein Dieb. Wir verschwenden nicht nur Geld, sondern auch Begabungen. Das Leben besteht im Wesentlichen aus Zeit und Kraft. Dazu kommen die Fähigkeiten, die Gott in uns hineingelegt hat. Jeder einzelne Mensch ist mit etwas begabt worden, um damit Gott zu verherrlichen. Oftmals führe ich mir all die talentierten Musiker dieser Welt vor Augen. Was für wunderbare Musik hätte Mozart wohl komponiert, wenn er sein Genie zur Ehre Gottes eingesetzt hätte? Du bist vielleicht nicht Mozart, aber du hast Talente, die dafür bestimmt sind, ausgebildet und für die Ehre Gottes eingesetzt zu werden. Der verlorene Sohn verschwendete sein Erbe für einen zügellosen Lebensstil. Er erhielt zwar die Freiheit, die er von seinem Vater forderte, aber sein eigener Weg führte zu dem persönlichen Desaster, dem er den Namen »verlorener Sohn« verdankt.
SÜNDE LÄSST DICH LEER ZURÜCK
»Als er aber alles verzehrt hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land, und er selbst fing an, Mangel zu leiden« (Lk15,14).
Die Lektion von dem verlorenen Sohn ist, dass, wenn jemand sein Vaterhaus aufgibt, um sich auf Abenteuersuche in ein fernes Land zu begeben, er mit einem leeren Geldbeutel, einem leeren Magen und einer ausgedörrten Seele enden wird. Die Sünde verlockt uns, weil sie unsere Lust anspricht (vgl. Jak 1,14), aber sie ist eine hinterhältige Verführung, denn sie stellt niemals zufrieden, sondern führt unweigerlich zum Tod. Jeder, der einem sündigen Gedanken oder einer verführerischen Versuchung nachgibt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass diese Dinge zum Tod führen – zunächst temporär und später sogar ewig. Das ureigenste Wesen der Sünde produziert diesen Tod. Dieser Gedanke sollte uns veranlassen, jedem bösen Gedanken und jedem unreinen Verlangen von vornherein Einhalt zu gebieten. Wir sollten nicht einen einzigen Augenblick darin verweilen, denn nur zu bald könnte er die Oberhand gewinnen, sich unserer Kontrolle entziehen und uns leer und später tot zurücklassen – in ewiger Trennung von Gott.
Sünde versklavt dich
»Und er ging hin und hängte sich an einen der Bürger jenes Landes; der schickte ihn auf seine Äcker, Schweine zu hüten« (Lk 15,15).
Dies ist eine schwerwiegende Sache, denn Sünde ist nicht nur eine Verschwendung unseres Lebens und lässt uns leer zurück, sondern sie macht uns auch zu Sklaven. Dinge, die uns anfänglich Spaß gemacht haben, beherrschen uns schließlich und verleiten uns dazu, Dinge gegen unseren eigenen Willen zu tun. Jesus sagte: »Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Sklave.« (Joh 8,34). Dies wird noch durch die Bemühungen dämonischer Mächte verstärkt, die uns ausnutzen und unter ihre Kontrolle bringen. In unserer Geschichte wird der junge Mann, der den Wohlstand seines Vaterhauses verließ, wo ihn Bedienstete umsorgten, zu einem Schweinehirten. Was für ein Bild von der Menschheit! Der Mensch wurde von Gott geschaffen, um sein Bild widerzuspiegeln und mit ihm zu herrschen. Wie dieser fortgelaufene Sohn war er dazu bestimmt, Erbe eines großen Anwesens zu werden, wird aber stattdessen zum Sklaven Satans und der Sünde. Aus diesem Grund schreibt Paulus an die Epheser im Bezug auf Sünde: »Diese Dinge geziemen sich nicht für Heilige.« Mit anderen Worten: »Ihr seid zu unendlich höheren Dingen als diesen berufen worden.«
Verflossene Träume
Die größte Tragödie der Sünde ist, dass die Träume des Vaters für uns nicht erfüllt werden. In allen drei Gleichnissen aus Lukas 15 geht es um verloren gegangene Dinge. Der Hirte verliert ein Schaf und macht sich auf die Suche, um es wiederzufinden. Der Verlust lag beim Hirten. Die Frau verliert ein Geldstück und kehrt das Haus, bis sie es wiederfindet. Der Verlust lag bei der Frau. Ein Sohn entfernt sich aus einer Beziehung, um seinen Traum von Freiheit und Unabhängigkeit zu verwirklichen, und der Vater hält täglich nach ihm Ausschau. Der Verlust lag beim Vater. Demnach ist Sünde nicht nur ein Verlust für uns, sondern zuallererst ein Verlust für Gott. Den Schaden, den die Sünde an Gottes großartigen Absichten für die Menschheit anrichtet, ist gewaltiger, als wir uns vorstellen können.
Wie bereits gesagt machte sich bei jedem genannten Verlust der Leidtragende auf die Suche nach seinem Eigentum. In dem Gleichnis von dem verlorenen Sohn wartet der Vater voller Hoffen und Bangen auf die Rückkehr des Sohnes, aber er geht ihm nicht nach. Der ältere Bruder versinnbildlicht solche Menschen, die in ihrer Beziehung zu Gott hart und religiös geworden sind. Er hat nie den Schmerz und den Verlust seines Vaters gespürt. Die Rückkehr seines jüngeren Bruders war nicht in seinem Interesse. Mit Jesus haben wir jedoch einen »älteren Bruder«, der all das ist, was der andere nicht ist. Dieses Gleichnis steht im Zusammenhang des Lukasevangeliums; dessen Schlüsselvers steht in Kapitel 19, Vers 10: »… denn der Sohn des Menschen [Jesus] ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist.« Jesus verließ die Annehmlichkeiten des Himmels und betrat unseren Schweinestall, um nach uns zu suchen. Aber damit nicht genug: Er bezahlte den Preis, um uns aus der Gebundenheit durch Satan und die Sünde zu befreien. Er tat dies, um uns zurück zum Vater zu bringen. Er starb, um uns von unserer Sünde zu befreien, aber genau betrachtet starb er, um den Traum des Vaters zu retten. Er kam, um zu retten, was der Vater verloren hatte. Die ersten acht Kapitel des Römerbriefes behandeln die Art und Weise, wie Gott seinen Erlösungsplan durchführte, sowie dessen Nutzen für uns. Die zweite Hälfte des achten Kapitels beschreibt jedoch die eigentliche Absicht der Erlösung – den Traum des Vaters zu erfüllen. Wir sind »die nach seinem Vorsatz Berufenen«. Sünde ist eine Tragödie und hat das gesamte Universum ruiniert. Der Mensch, d. h. die menschliche Rasse, ist in jedem Lebensbereich verheert worden. Der größte Verlust ist jedoch der Verlust von Gottes Absichten für die Menschheit. Jesus kam, um den Menschen von der Sünde zu erlösen – von ihrer Macht, ihrer Strafe und ihren Resultaten. Die letztendliche Absicht der Erlösung ist jedoch, uns zum Vater zurückzubringen, damit die herrlichen Absichten und der Traum des Vaters für die Menschheit zur Erfüllung kommen können. ///

