Heft 1/00 - Retro-Artikel
Der Autor
Marcus Splitt ist Pionier, Gründer und Leiter von verschiedenen Diensten. Er arbeitet als Trainer, Mentor und Coach und begleitet Personen, Gemeinden und Jugendgruppen. Qualifizierte Leiterausbildung und Pionierprojekte sind ihm besonders wichtig. Marcus lebt mit seiner 4-köpfigen Familie in Meiningen.
Jesus folgen (Geistliche Fitness)
Run it! Win it!
Teil 1 von 4
// Ich glaube, dass die Thematik dieses Artikels sehr aktuell und wichtig ist. Man hört immer öfter, dass sich die Christen auf die guten alten Wege besinnen, die Gott schon immer gebraucht hat, um mit uns zu gehen und uns dahin zu bekommen, wo er uns haben will. Ich möchte dieses Thema mit den folgenden Bibelstellen sozusagen »eröffnen«.
Paulus schreibt:
1. Korinther 9,24-27
»Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber einer den Preis empfängt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt! Jeder aber, der kämpft, ist enthaltsam in allem; jene freilich, damit sie einen vergänglichen Siegeskranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen. Ich laufe nun so, nicht wie ins Ungewisse; ich kämpfe so, nicht wie einer, der in die Luft schlägt; sondern ich zerschlage meinen Leib und knechte ihn, damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt, selbst verwerflich werde.«
Philipper 3,13+14
»Brüder, ich denke von mir selbst nicht, <es> ergriffen zu haben; eines aber <tue ich>: Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist, und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.«
Wer mit Jesus lebt, steht in einem Lauf. Das wird uns meistens dann bewusst, wenn wir merken, dass unser Leben nicht so läuft, wie es sollte, und auch nicht dem entspricht, was wir eigentlich wollen, aber irgendwie nicht schaffen. Wir wissen: Wir sollen werden wie Jesus (Römer8,29); Wir wissen: Wir sollen vollkommen sein, wie unser Vater im Himmel vollkommen ist (Matthäus5,48). Aber WIE schaffen wir das?
Ich bin davon überzeugt, dass alles, was Jesus uns zu tun oder zu sein aufträgt, möglich ist und auch in der Realität, im eigenen Leben erlebt werden kann (Philipper 4,13). Könnte es vielleicht sein, dass wir zwar das richtige Ziel anstreben, aber auf falschem Weg versuchen, es zu erreichen? Könnte es sein, dass wir oft versuchen, mit dem falschen »Trainingsprogramm« Kondition für unseren Lauf zu bekommen?
Das wäre natürlich Zeitverschwendung und außerdem sehr anstrengen. Um das Ziel oder den Siegeskranz zu erreichen, den Gott uns verheißt, müssen wir im Training Gottes sein und nach seinen Wegen trainieren, um den Lauf – der unser ganzes Leben lang dauert – durchzuhalten.
Im Folgenden möchte ich einfach einige Dinge beschreiben, die ich in der Bibel sehe. Die einzelnen Punkte erheben natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber sie können dir wahrscheinlich Inspiration oder Ermutigung für deinen Lauf geben.
Jeder hat seinen Lauf
»Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber einer den Preis empfängt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt!«
Jeder Mensch ist von Gott individuell gemacht. Gott liebt Kreativität, deshalb gibt es unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Begabungen, Fähigkeiten, Geschmäckern, usw. So wie es die Unterschiede im Natürlichen gibt, gibt es sie auch im Geistlichen. Nicht jeder hat die gleiche Vision oder die gleiche Berufung. Es gibt einige Dinge, die für jeden Christen gleich sind: Wir ALLE sind dazu berufen, Gott zu lieben und von ihm geliebt zu werden. Aber der aus der Liebesbeziehung kommende Wunsch, auch für unseren Jesus aktiv zu sein, sieht von Mensch zu Mensch unterschiedlich aus. Es ist interessant, dass Paulus nicht sagt, dass nur eine bestimmte Gruppe von Menschen in dem Lauf ist (z. B. alle Leiter) – alle stehen wir in dem Lauf, um unseren Siegeskranz zu gewinnen. Doch der Lauf ist OHNE Konkurrenz zu den anderen, die neben uns laufen. Jeder hat seinen Lauf und muss diesen auch laufen und kann und soll ihn gewinnen. Gott möchte, dass du ihn gewinnst. Es ist sein Wunsch für dich. Er gönnt dir sozusagen den Siegeskranz von ganzem Herzen.
Konzentriere dich auf deinen Lauf, sei nicht neidisch auf den Lauf des anderen, du könntest ihren Lauf nicht laufen, das wäre nur Krampf und Frust. Gott unterstützt dich in deinem Lauf, den er für dich geplant hat. Das soll dich aber nicht dazu ermutigen, den Lauf eines anderen zu laufen!
Laufe mit Konzentration
»Jeder aber, der kämpft, ist enthaltsam in allem; jene freilich, damit sie einen vergänglichen Siegeskranz empfangen, wir aber einen unvergänglichen.«
Eine lange Strecke zu laufen bedeutet einen immensen Kraftaufwand und eine hohe Konzentration. Nach einer bestimmten Strecke kommt das erste Motivationstief und man sehnt sich nach einem Liegestuhl und einem kühlen Getränk, das einem serviert wird. Aber so wird man die Distanz nicht schaffen. Paulus bringt in diesen Text über den Lauf auf einmal das Wort »Kampf« ins Spiel. Er stellt eine Verbindung zwischen dem Lauf und einem Kampf her. Zu laufen bedeutet, dass man kämpft. Man kämpft gegen das Motivationstief, gegen die Gedanken, die einem sagen, dass das alles sowieso keinen Sinn macht. Man kämpft gegen Schmerzen, die während des Laufens auftreten können und die einem sagen, dass man das jetzt einfach nicht mehr schafft. Dann sind da die Stimmen von außen, Freunde die einem sagen, man solle jetzt bloß nicht zu extrem werden, doch nicht so übertreiben. Immer schön auf dem Teppich bleiben. Das alles sind Kämpfe, die kommen, wenn wir uns dazu entschließen, unseren Lauf zu laufen. Unser Lauf besteht darin, wie Jesus zu werden und das zu werden und zu tun, was er für uns geplant hat. Paulus leugnet gar nicht, dass diese Kämpfe kommen; Er sagt uns aber, wie wir überwinden können. Er gebraucht hier das Wort »Enthaltsamkeit«. Das ist ein altes Wort für Disziplin oder die Bereitschaft, Prioritäten zu setzen.
Wenn du deinen Lauf gewinnen möchtest, musst du Prioritäten setzen. Wie Jesus zu werden und so zu leben wie er, ist keine Angelegenheit von ein paar Stunden. Es ist ein Lauf für dein ganzes Leben, aber der Kampf und die Mühe lohnen sich, denn wir werden einen unbeschreiblich großen Lohn dafür bekommen. Ich möchte dich ermutigen und locken, deine Prioritäten neu zu ordnen und dabei Jesus mit einzubeziehen. Plane mit ihm deinen Alltag, deine Freizeit, die Bücher; die du liest, die Zeit vor dem Fernseher, einfach alles. Lebe MIT Jesus den ganzen Tag. Ein Lebensstil der Disziplin entsteht, wenn wir Jesus in alles mit einbeziehen und ihm die Führung überlassen.
Wohin laufe ich?
»Ich laufe nun so, nicht wie ins Ungewisse …«
Der ganze »Aufwand« an Kraft, Konzentration, Disziplin und Überwinden lohnt sich aber nur, wenn du weißt, WOHIN du läufst! Wir haben schon festgestellt, dass unser ganzes Leben ein Lauf ist, aber wo fängt der Lauf an und wo führt er hin?
Dein Lauf beginnt im Prinzip mit deiner Geburt. Du kommst auf die Welt und lernst, dich in dieser zurechtzufinden. Du machst viele Erfahrungen mit Menschen und Situationen. Du erfährst, wie Menschen dich annehmen und lieben (hoffentlich), aber auch wie Menschen dich ablehnen, verletzen und dich deutlich spüren lassen, dass du nicht willkommen bist. Jeder Mensch erlebt das auf irgendeine Weise in seinem Leben. Während du größer wirst, hast du erlebt, wie sich Gott nach dir ausstreckt. Er ging und geht dir nach, weil er dich liebt. An diesem Punkt bahnt sich sozusagen der erste große Etappenposten in deinem Lauf an. Doch kurz bevor du dich ganz Gott zuwendest, stehst du noch mal vor einer Weggabelung. Da ist auf der einen Seite die Welt, die dich lockt und auf der anderen Seite Gott, der dich zu sich zieht. Und Preis dem Herrn, du hast dich für die richtige Richtung entschieden (hoffe ich).
Du hast eine Entscheidung für Jesus getroffen! Du hast ihn zum Herrn deines Lebens gemacht und hast bei Gott Annahme und Vergebung erlebt. Das ist der Punkt, wo du am Kreuz warst. Du hast den Kreuzestod Jesu für dich in Anspruch genommen. Menschen, die sich bei der Weggabelung für den anderen Weg entscheiden, laufen auch weiter, das wäre aber wieder ein Thema für sich; lies dazu einfach 2. Korinther 4,3+4.
So. Du bist in deinem Lauf jetzt also beim Kreuz. Das Kreuz ist der wichtigste Etappenposten deines Lebens. Hier nimmt dein Lauf eine ganz andere Richtung ein und dein ganzes Leben richtet sich auf Gott aus. Lies bitte Galater 2,19+20 und Galater 5,24.
Hier schreibt Paulus, dass wir Jesus auch zum Herrn unserer ganzen Wünsche und Sehnsüchte machen.
Vom Kreuz an bestimmt Jesus deinen Lauf und er führt dich in die Nähe des Vaters. Das ZIEL des Laufes ist die ewige Gemeinschaft mit dem Vater und Jesus ist der WEG, auf dem wir laufen. Unser Lauf führt uns sozusagen entlang am Leben und Charakter Jesu. Das endgültige Ziel Gottes ist die ewige ununterbrochene Gemeinschaft von Angesicht zu Angesicht mit ihm. Das ist eine Dimension, die wir jetzt nicht fassen können, aber auf die es sich lohnt, zuzulaufen. Damit du schon mal ein bisschen einen Vorgeschmack von dem bekommst, was dich erwartet, lies bitte Offenbarung, Kapitel 1,4,21 und 22.
Was da beschrieben ist, ist echt der Hammer, das ist es, wofür es sich lohnt, zu leben.
Das ist es, was Paulus meint, wenn er sagt, er läuft nicht einfach ins Blaue, sondern er läuft mit einem klaren Ziel.
»Brüder, ich denke von mir selbst nicht, <es> ergriffen zu haben; eines aber <tue ich>: Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist, und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.« (Philipper 3,13+14)
Ganz grob gesagt führt dich dein Lauf also von der Geburt zum Kreuz und vom Kreuz zum Thron des Vaters.
Kämpfe richtig
»… ich kämpfe so, nicht wie einer, der in die Luft schlägt; sondern ich zerschlage meinen Leib und knechte ihn, damit ich nicht, nachdem ich anderen gepredigt, selbst verwerflich werde.«
O. K., da ist also auch ein Kampf. Das hat wahrscheinlich schon jeder von uns in seinem persönlichen Leben bemerkt.
Um richtig kämpfen zu können, sind im Wesentlichen zwei Dinge wichtig. Erstens musst du wissen, WER dein Feind ist und dann musst du wissen, WIE man gegen ihn kämpft.
Das Ziel des Feindes ist nie gut für dich. Er will dich zerstören und berauben. Er will, dass du dich von Jesus entfernst, wie ein Schaf, das sich vom Hirten und der Herde löst und damit eine leichte Beute für den Wolf wird. Der Kampf ist nicht immer so offensichtlich, sondern oft sehr subtil und undurchsichtig. Deswegen sagt Paulus, dass er keine Rücksicht auf seinen Körper nimmt. Er nimmt keine Rücksicht auf seine Wünsche und Sehnsüchte, all das ordnet er dem unter, der sein Ziel ist: nämlich JESUS, der weiß, was wir brauchen, bevor wir ihn bitten, und der uns gerne und reichlich gibt, was wir brauchen, aber nicht unbedingt, was wir wollen. Wenn wir uns so auf Jesus zu verlassen, drücken wir ihm unser Vertrauen aus, dass wir bei ihm nicht zu kurz kommen. Lies bitte Hebräer 11,6 dazu.
Paulus wirft sich mit allem ganz auf Jesus, da er weiß, dass er ohne ihn den Lauf nicht erfolgreich zu Ende bringen kann. Er richtet sein ganzes Leben auf das eine Ziel ein, damit er nicht, nachdem er andere zum Lauf aufgefordert hat, selbst ausfällt.
Nimm andere mit!
Wenn du beständig zu Jesus läufst und auf ihn ausgerichtet bleibst, hat das automatisch auch eine Auswirkung auf dein Umfeld. Die Leute um dich herum werden sehen, dass du dich langsam aber beständig veränderst. Ermutige andere, sich mit Jesus auseinanderzusetzen, erzähle ihnen von deinem Lauf und lade sie ein, mitzulaufen. Das nennt man auch Evangelisation!! Aber bitte sei entspannt und präsentiere dich deinem Umfeld nicht als »Superläufer«, der alles im Griff hat. Lasse die anderen ruhig auch deine Schwächen und Kämpfe wissen, die du hast, während du mit Jesus gehst. Das macht dich nur attraktiver. Die Menschen und vor allem junge Menschen wollen keinen gekünstelten Perfektionismus, sie wollen das echte und reale Leben.
Lass die Menschen wissen, dass du jemand bist, der das Echte und einzig Lohnenswerte gefunden hat, jetzt aber unterwegs ist, das, was er gefunden hast, 100%ig in sein Leben mit einzubeziehen. Das gibt den anderen Hoffnung und eine »offene Tür«, sich vielleicht auch auf den Lauf mit Jesus hin zum Vater einzulassen.
Auch Paulus blieb demütig, als er von seinem Lauf schrieb:
»Brüder, ich denke von mir selbst nicht, <es> ergriffen zu haben; eines aber <tue ich>: Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn ist, und jage auf das Ziel zu, hin zu dem Kampfpreis der Berufung Gottes nach oben in Christus Jesus.« (Philipper 3,13+14)
Er selbst sagt von sich, dass er es noch nicht ergriffen hat … . Es ist kein Problem, wenn du deinen Lauf noch nicht perfekt im Griff hast. Ich glaube, das hat keiner. Und ich glaube das wirklich!
Dieser Artikel kommt – wie du dir sicher denken kannst – nicht zufällig in der ersten Ausgabe. Mir ist es ein Anliegen, dich in diesem Lauf zu ermutigen und zu unterstützen und dir ein paar »Schilder« an den Weg zu stellen, damit du weißt, wo es langgeht.
Das ist es, was »THE RACE« will. Das Heft soll dir helfen, deinen Lauf mit Jesus erfolgreich zu vollenden.
Zum Schluss
Hebräer 12,1-3
»Deshalb lasst nun auch uns, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, jede Bürde und die <uns so> leicht umstrickende Sünde ablegen und mit Ausdauer laufen den vor uns liegenden Wettlauf, indem hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen die Schande nicht achtete und das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes. Denn betrachtet den, der so großen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht ermüdet und in euren Seelen ermattet!«
In all dem ist Jesus unser Vorbild und sozusagen unser Vorläufer. Es ist gut zu wissen, dass er den Weg kennt und wir uns einfach an ihn anhängen dürfen. Häng dich an Jesus und »run your race and win it!« ///

